Wie macht ihr das eigentlich mit dem Haushaltsbudget? Ich hab lange gebraucht bis ich ein System gefunden hab das wirklich funktioniert 😅

Aileen88

New member
Hey zusammen!


Ich sag mal ehrlich, bevor ich angefangen hab mich ernsthaft mit Investments zu beschäftigen musste ich erstmal lernen mein eigenes Geld zu überblicken. Und das war peinlicherweise gar nicht so selbstverständlich wie ich dachte 🙈


Wie ich es früher gemacht hab:


Gehalt kommt rein, Miete geht raus, und dann hab ich irgendwie bis zum Monatsende gewurstelt und mich gewundert warum am Ende nie was übrig war. Ich hatte keinen Plan, kein System, nix. Geld war einfach weg. Wofür genau? Keine Ahnung 😂


Was mir wirklich geholfen hat:


Ich arbeite seit ein paar Jahren mit der 50-30-20 Regel als grobe Basis. Also 50% für feste Kosten wie Miete, Strom und Versicherungen, 30% für Lebenshaltung und Freizeit, und 20% direkt am Anfang des Monats wegsperren für Sparen und Investieren. Das Wichtigste dabei ist dass das Sparen sofort passiert wenn das Gehalt kommt, nicht am Ende vom Monat mit dem was übrig bleibt. Weil am Ende bleibt meistens nix übrig, das kennt ihr sicher 😅


Ich hab mir außerdem drei verschiedene Konten eingerichtet. Eines für fixe Kosten, eines für den alltäglichen Kram und eines das ich mental als "nicht anfassen" Konto betrachte. Klingt aufwendig ist es aber nicht, einmal eingerichtet läuft das fast von selbst.


Dazu führ ich seit zwei Jahren ein simples Haushaltsbuch, nicht fancy, einfach eine Excel Tabelle. Ich trag jede Woche kurz ein was ich ausgegeben hab und in welche Kategorie es fällt. Nach einem Monat sieht man Muster die einen manchmal echt erschrecken. Bei mir wars damals Essen gehen und spontane Online Bestellungen die ich komplett unterschätzt hatte 😬


Einmal im Jahr geh ich alle Abos und Versicherungen durch. Ich hab dabei schon Sachen gefunden die ich seit über einem Jahr nicht mehr genutzt hab und trotzdem brav bezahlt habe. Das summiert sich brutal wenn man es mal zusammenrechnet.


Und ein Notgroschen ist keine Option sondern Pflicht finde ich. Mindestens drei Nettogehälter auf einem separaten Konto das man im Alltag nicht sieht. Das gibt so eine Ruhe die man gar nicht beschreiben kann, gerade wenn mal unerwartet was kaputtgeht oder man den Job wechselt.


Jetzt bin ich aber neugierig wie ihr das handhabt! Habt ihr ein festes System oder macht ihr das eher nach Gefühl? Benutzt ihr Apps zum Tracken oder lieber old school mit Stift und Papier? Und was war bei euch der größte Aha Moment wenn es um eure eigenen Finanzen ging?


Freue mich auf eure Tipps und Erfahrungen! 💰
 
Hallo zusammen,


das ist ein wirklich guter Beitrag – und vieles davon klingt erschreckend vertraut, auch wenn ich das alles noch ohne Apps und Excel lernen musste! 😄


Ich bin jetzt 65 und blicke auf viele Jahrzehnte zurück, in denen ich so ziemlich jeden Fehler gemacht habe, den man machen kann. Vielleicht hilft meine Perspektive dem einen oder anderen hier.


Was ich früh gelernt habe – leider erst durch schmerzhafte Erfahrung – ist genau das, was du mit dem Sparen am Anfang des Monats beschreibst. Bei uns hieß das früher „erst zahle dich selbst". Klingt simpel, ist aber einer der wichtigsten Grundsätze überhaupt. Wer erst am Monatsende schaut was übrig bleibt, wird sein Leben lang nichts zurücklegen.


Die 50-30-20 Regel gab es zu meiner Zeit noch nicht als schicke Formel, aber meine Frau und ich haben intuitiv ähnlich gewirtschaftet. Wir haben Umschläge benutzt – klingt altmodisch, aber das physische Geld in der Hand zu halten hat einem wirklich vor Augen geführt wann ein Budget aufgebraucht ist.


Was ich aus meiner Generation noch mitgeben möchte, was heute oft vergessen wird:


Versicherungen und Altersvorsorge so früh wie möglich angehen. Ich habe mit Anfang 30 zu lange gezögert und das hat mich im Nachhinein wirklich Geld gekostet. Der Zinseszins ist der beste Freund den man haben kann – aber nur wenn man ihm genug Zeit gibt zu arbeiten.


Den Notgroschen kann ich nur unterstreichen. Als ich Mitte 40 für kurze Zeit arbeitslos war, war genau dieses Polster das einzige was uns ruhig schlafen ließ. Ohne das wäre es sehr eng geworden.


Und der vielleicht wichtigste Rat den ich nach all den Jahren geben kann: Redet offen mit eurem Partner über Geld. Das klingt selbstverständlich ist es aber nicht. Viele Paare meiner Generation haben Jahrzehnte lang aneinander vorbeigelebt was Finanzen angeht – und das rächt sich irgendwann.


Schön dass solche Themen heute so offen diskutiert werden. Zu meiner Zeit hat man über Geld nicht geredet, das galt fast als unanständig. 😄


Viele Grüße
 
Krass, das mit den Umschlägen hab ich von meiner Oma auch noch gekannt – hab als Kind immer gedacht das ist total spießig 😂 Und jetzt versteh ich warum das eigentlich genial ist. Physisches Geld schmerzt einfach anders als eine Kartenzahlung die man drei Tage später vergessen hat.


Der Punkt mit dem Partner reden trifft mich gerade ehrlich gesagt. Das ist so ein Thema das man irgendwie immer vor sich herschiebt weil es unangenehm ist – und genau deshalb explodiert es dann irgendwann. Danke dass du das so direkt ansprichst. 🙏


Und Zinseszins mit Anfang 20 anfangen – das ist der Rat den ich mir gewünscht hätte als ich mit 22 mein erstes Gehalt bekommen hab und dachte ich bin reich 😅 Stattdessen hab ich mir erstmal einen zu teuren Fernseher gekauft.


Frage an dich: Wenn du nochmal 30 wärst und nur eine einzige Sache anders machen könntest – was wäre das? 👀
 
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