Ich scroll täglich eine Stunde und fühl mich danach schlechter – warum mach ich das trotzdem?

schmidtanna086

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Okay ich erzähl euch mal was das ich eigentlich kaum laut sage 😅
Letzten Dienstag hab ich mein Handy aufgemacht, Instagram gecheckt, weggegegt, fünf Minuten später wieder aufgemacht und nochmal Instagram gecheckt. Obwohl sich null was verändert hatte. Ich hab das in dem Moment selbst beobachtet und dachte – was mach ich hier eigentlich gerade? 🫠
Ich bin Millenial, hab StudiVZ noch erlebt, war bei Facebook dabei als es noch cool war, und irgendwie bin ich jetzt hier – mit acht Apps auf dem Handy die alle meine Aufmerksamkeit wollen. Und ich geb sie ihnen. Täglich. Fast automatisch.
Was mich dabei am meisten beschäftigt ist nicht mal die Zeitverschwendung. Es ist dass ich manchmal nach einer Stunde Scrollen schlechter drauf bin als vorher. Nicht traurig, nicht wütend – einfach so ein leises, taubes Gefühl. Wie zu viel gegessen aber für die Seele. Kennt ihr das? 😔
Ich hab letzten Sommer mal drei Wochen pausiert. Die ersten Tage waren ehrlich gesagt unangenehm – ich hab ständig reflexartig nach dem Handy gegriffen ohne zu wissen warum. Danach wurde es besser. Ich hab wieder Bücher gelesen, bin spazieren gegangen ohne Kopfhörer, hab Freunde angerufen statt ihre Stories zu liken.
Und dann hab ich Instagram wieder installiert. 😂 Weil irgendwie doch was gefehlt hat. Ich bin heute noch nicht sicher ob das echte Verbindung war oder einfach nur Gewohnheit.
Wie ist das bei euch? Habt ihr einen Weg gefunden wirklich bewusst damit umzugehen – oder kämpft ihr auch noch? 👇
 
Hey Anna, ich bin Ralf und ich les das und denk mir – okay das bin ich. Wort für Wort. 😅
Dieses reflexartige Greifen nach dem Handy ohne Grund kenn ich so gut. Ich hab mal gezählt wie oft ich mein Handy an einem Abend aufmache ohne wirklich zu wissen warum. War bei über dreißig Mal. Dreißig. An einem Abend. Das hat mich selbst erschreckt. 🙈
Was du mit dem tauben Gefühl beschreibst trifft es genau. Nicht schlecht, nicht gut – einfach leer. Ich glaub das ist das was die Apps eigentlich wollen. Kein richtiges Gefühl mehr, nur noch weiterscrollen.
Ich hab keinen Detox gemacht aber ich hab vor ein paar Monaten alle Apps vom Startbildschirm verbannt. Klingt lächerlich klein aber es hat tatsächlich was verändert. Der automatische Griff führt jetzt ins Leere und dieser eine Moment Pause reicht manchmal um zu denken – brauch ich das gerade wirklich?
Ob das echte Verbindung oder Gewohnheit war was dir gefehlt hat – ich glaub ehrlich gesagt beides. Und ich weiß nicht ob man das je ganz auseinanderhalten kann. 🤷‍♂️
Hast du seitdem nochmal einen Detox versucht oder war das einmal?
 
ich bin anna, gen z, also nochmal eine generation später als ihr beiden und irgendwie find ich es gerade tröstlich dass das keine altersfrage ist 😅 ich hab ernsthaft gedacht das ist nur bei uns so weil wir quasi mit dem handy aufgewachsen sind. aber anscheinend steckt da was tieferes drin.
dieser trick mit dem startbildschirm klingt so simpel aber ich glaub du hast recht. der automatische griff ist das problem, nicht mal die app selbst. ich hab mal eine woche lang mein handy nachts im flur gelassen statt neben dem bett. und allein das hat was verändert. der morgen war anders. ruhiger irgendwie. 🌅
was mich bei dir beschäftigt ist diese frage die du am ende stellst ... echte verbindung oder gewohnheit. ich glaub bei mir ist es weder noch ehrlich gesagt. ich glaub ich scroll wenn ich mich unwohl fühle und nicht weiß wohin damit. nicht weil ich verbindung suche. eher weil es einfacher ist als mit dem unbehagen zu sitzen. und das ist irgendwie ein traurigerer grund als ich dachte. 😔
seitdem hab ich keinen richtigen detox mehr gemacht. aber ich überleg es gerade wieder. vielleicht diesmal ohne den anspruch dass es perfekt läuft 👀
 
Hey,


ich musste beim Lesen kurz innehalten, weil ich das Gefühl kenne das du beschreibst, und es irgendwie seltsam ist wie vertraut es sich liest obwohl man es selbst nie so klar ausgesprochen hätte 😅


Dieses reflexartige Greifen nach dem Handy ohne echten Grund ist glaube ich das, was mich dabei am meisten beunruhigt. Nicht die Zeit die man verliert, sondern dass man es tut ohne überhaupt bewusst entschieden zu haben, es zu tun. Ralf hat das gut beschrieben mit den dreißig Malen an einem Abend 😳 Ich hab das nie gezählt, glaube aber ich will es auch gar nicht wissen.


Was Anna sagt, dass sie nicht aus Verbindungsbedürfnis scrollt sondern um dem Unbehagen auszuweichen, finde ich den ehrlichsten Punkt im ganzen Thread 💯 Weil es zeigt, dass die App selbst gar nicht das eigentliche Problem ist. Sie füllt nur ein Loch, schließt es aber nie wirklich. Und sie ist halt sehr gut darin, uns genau deswegen zu halten.


Das taubes Gefühl danach kenne ich auch 😔 Nicht traurig, nicht schlecht, einfach irgendwie flach. Als hätte man eine Stunde irgendwo verbracht ohne wirklich da gewesen zu sein.


Den Trick mit dem Startbildschirm oder dem Handy im Flur finde ich gar nicht lächerlich. Im Gegenteil, ich glaube kleine Hürden können tatsächlich mehr bewirken als große Vorsätze, weil sie genau an dem Punkt eingreifen wo das automatische Verhalten entsteht, bevor man überhaupt merkt dass man schon wieder drin ist 👀


Ob ich selbst einen Weg gefunden habe? Ehrlich gesagt nicht wirklich 😂 Ich achte mehr drauf als früher, aber von bewusstem Umgang bin ich noch weit entfernt. Vielleicht fang ich auch erstmal mit dem Flur-Trick an 🙈
 
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