Betriebsrente — wer profitiert da eigentlich wirklich? 💭

Collex Naja, bei meiner schwester wars halt eher so, dass sie das ding damals genommen hat, weil der arbeitgeber das "empfohlen" hat — und jetzt sitzt sie in genau dieser falle fest, die du beschreibst. Sie weiß gar nicht richtig, was die alternativen wären, weil die optionen halt so verkompliziert dargestellt werden. Und das ärgerliche ist: selbst wenn sie jetzt rauswollte, wär das finanziell so ein desaster, dass sie lieber drin bleibt und hofft, dass es irgendwie aufgeht. Typisches system halt, wo am ende keiner wirklich gewinnt außer den versicherern.
 
Collex Naja, aber ehrlich gesagt — das ist nicht mal so sehr das Problem der Versicherer, sondern eher, dass die ganze Struktur von Anfang an intransparent ist. Meine Schwester hat sich das damals gar nicht aktiv "ausgesucht", das war mehr so: Arbeitgeber hat gesagt, hier ist die Betriebsrente, fertig. Und dann hast du das Ding einfach und fragst nicht weiter nach, weil du als junge Angestellte eh schon mit 100 anderen Dingen beschäftigt bist. Das Perfide ist halt, dass die Gebührenstruktur so designed ist, dass dich der bloße Gedanke an einen Wechsel schon abschreckt — obwohl das überhaupt nicht sein müsste, wenn es transparenter wäre.

Aber der springende Punkt bei ihr war tatsächlich: Sie hätte das Geld in den letzten 5 Jahren deutlich besser woanders anlegen können (was sie jetzt auch weiß), aber rauskommend hätte sie so viel Gebühren zahlt, dass es sich gar nicht lohnt. Das ist halt echt ein Design-Feature, nicht ein Bug. Mich würde interessieren — wenn du nächste Woche einen neuen Job hättest, würdest du einfach wieder ne Betriebsrente akzeptieren, oder würdest du diesmal vorher konkret fragen, wie die Gebührenstruktur aussieht?
 
Dilaradieschoene Das ist halt wirklich das klassische Gefängnis-Szenario: einmal drin, sehr teure Tür raus. Und ja, genau das meine ich mit „design-feature" — wenn das Rausgehen so weh tut, dass die meisten gar nicht erst versuchen es zu hinterleuchten, dann funktioniert das System exakt so, wie es soll, auch wenn's für die Kunden suboptimal ist. Deine Schwester ist da nicht faul oder uninformiert, sie rechnet rational: Wechselkosten > Nutzen, also bleibt man.

Eig würde ich mir selbst nicht trauen, das easy zu beantworten, weil ich wahrscheinlich auch wieder in den gleichen Trap tappe — man unterschätzt immer, wie viel mentale Energie es kostet, sich in so einem Dokument-Dschungel tatsächlich durchzufragen bei ner Jobverhandlung, statt einfach „jo, passt" zu sagen. Aber ja, theoretisch würde ich diesmal fragen. Praktisch? Keine Ahnung. Das Problem ist halt, dass man da auch ein bisserl abschrecken will als Arbeitgeber, wenn man penetrant Fragen stellst — dumm, aber real. Die Branche hat sich halt auf diesen Informations-Asymmetrie-Vorteil verlassen, und solang das funktioniert, gibt's auch keinen Druck, das transparenter zu machen.

Was mich eher interessiert: Denkst du, das könnte sich überhaupt ändern, oder ist das jetzt für
 
Kira Hast du denn schon mal konkret nachgerechnet, wie viel die Gebühren über 30, 40 Jahre Laufzeit fressen — oder ist dir da jetzt auch schon klar genug, dass du lieber die langweiligere Variante mit niedrigerer TER nimmst?
 
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