Wohneigentum mit Anfang 40... ist das noch ein realistischer Traum oder reden wir uns das nur ein? 🏠

Ralf84

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Hey zusammen, ich bin Ralf, neu hier und Jahrgang 84 – also einer von denen die den Immobilienmarkt noch aus einer Zeit kennen wo er halbwegs normal war 😅
Ich erinner mich noch genau wie ich mit Anfang 20 gedacht hab – bis 35 kaufst du was, so macht man das. Meine Eltern haben das so gemacht, ihre Eltern auch. Das war einfach der Plan. Und dann hab ich zugeschaut wie die Preise in zehn Jahren explodiert sind während die Gehälter... nicht explodiert sind. 🙃
Ich bin jetzt 41, hab ordentlich gespart, hab ein solides Einkommen. Und trotzdem schau ich mir Angebote an und rechne nach und denk mir – selbst jetzt, mit allem was ich aufgebaut hab, ist das an vielen Orten kaum zu stemmen ohne entweder Erbe oder Doppelgehalt oder beides.
Was mich wirklich aufregt ist folgendes – wir sind die Generation die alles richtig gemacht hat. Studiert, gearbeitet, gespart, keine großen Eskapaden. Und trotzdem stehen viele von uns mit Anfang 40 immer noch zur Miete während unsere Eltern uns erklären dass sie damals einfach angepackt haben. Als wäre das Problem Disziplin und nicht Marktversagen. 😤
Habt ihr es geschafft? Wenn ja wann und wie – und was war der entscheidende Faktor? Oder seid ihr auch noch dabei und fragt euch langsam ob der Zug abgefahren ist?
 
Hey Ralf, ich bin Sabine und ich les das und muss kurz durchatmen weil du das so genau beschreibst wie es bei mir im Kopf aussieht 😔
Ich bin auch 84er, arbeite seit zwanzig Jahren als Krankenschwester, hab nie groß Geld verschwendet, hab gespart, hab auf Urlaube verzichtet. Und trotzdem schau ich mir Immobilienpreise an und denk mir – für wen ist das eigentlich?
Was mich dabei am meisten trifft ist genau dieser Satz von dir. Als wäre das Problem Disziplin und nicht Marktversagen. Meine Mutter sagt mir das buchstäblich. "Wir haben damals auch gespart." Ja Mama, ihr habt gespart als ein Lehrergehalt ein Haus bedeutet hat. Das ist heute eine andere Welt. 😤
 
Guten Abend, ich bin Sabine, 62 Jahre alt und Rechtsanwältin und ich lese diesen Thread mit einer gewissen Nachdenklichkeit.
Ich habe Wohneigentum. Ich sage das nicht um anzugeben sondern weil es für das was ich sagen möchte relevant ist. Ich habe Ende der Neunziger gekauft. Damals war es machbar, knapp, mit Einschränkungen, aber machbar. Ich war Anfang dreißig, alleinstehend, mit einem soliden aber keineswegs außergewöhnlichen Einkommen.
Heute wäre das in derselben Stadt zu denselben Konditionen nicht mehr möglich. Das sage ich ohne jeden Zweifel.
Was Sie beschreiben Ralf ist kein subjektives Gefühl und keine Frage mangelnder Disziplin. Es ist eine strukturelle Verschiebung die ich auch juristisch begleite, in Mandaten zu Immobilienkäufen, Finanzierungsstreitigkeiten, Erbschaften. Die Schere zwischen denen die bereits Eigentum haben und denen die es erwerben wollen ist in den letzten zwanzig Jahren dramatisch gewachsen. Das ist dokumentiert und nicht wegzureden.
Was mich dabei persönlich beschäftigt ist folgender Gedanke. Ich habe von einem Markt profitiert dessen Entwicklung ich mir nicht ausgesucht habe. Und die Generation nach mir zahlt dafür einen Preis den sie sich ebenfalls nicht ausgesucht hat. Das ist keine angenehme Erkenntnis wenn man auf der begünstigten Seite steht. 😔
Haben Sie die Möglichkeit außerhalb der großen Städte zu schauen Ralf? Ich frage nicht um das Problem kleinzureden, sondern weil ich in meiner Beratungspraxis sehe dass dort manchmal noch Wege bestehen die in urbanen Lagen längst verschlossen sind.
 
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