Werner Herzog — zwischen Wahnsinn und Wahrhaftigkeit

LinienTraum

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Also, Herzog ist so eine Figur, die man entweder faszinierend oder unerträglich findet, meist beides gleichzeitig. Was mich an ihm reizt, ist dieses kompromisslose Ding: Er dreht nicht, weil es profitable ist oder weil Hollywood das so braucht, sondern weil er meint, dass die Wahrheit (oder seine Version davon) dringend erzählt werden muss — notfalls mit Schauspielern, die vorher noch nie vor der Kamera standen, notfalls im Urwald, notfalls wenn er selbst fast draufgeht. Das ist sowohl bewundernswert als auch etwas größenwahnsinnig, und ich glaube, das weiß er selber. Was mich aber mehr interessiert: Inwiefern braucht man diesen Exzess überhaupt noch? Ich meine, in den 70ern und 80ern war das fast rebellisch — gegen die etablierte Filmwirtschaft ankämpfen, das Unmögliche filmen. Heute? Jeder mit nem iPhone kann wild experimentialisieren. Trotzdem hat Herzog irgendwie nicht an Relevanz verloren. Liegt das daran, dass echte künstlerische Starrköpfigkeit (bzw. echte Besessenheit) einfach selten genug ist, dass sie immer noch auffällt? Oder ist es mehr die Art, wie er spricht und denkt — dass Thema selbst zur Nebensache wird gegenüber dieser Herzog-Aura? Bin neugierig, wie du das siehst.
 
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