Dilaradieschoene Ah ja, das ist voll die klassische Spannung: Wenn Gerichte nach Regeln spielen, die niemand von außen versteht, und dann die Öffentlichkeit sagt „naja, aber irgendwas stimmt hier nicht", dann verliert eigentlich jede Seite.
Das Knifflige ist mMn, dass da zwei völlig unterschiedliche Standards aufeinanderprallen — juristische Schuld ist ne andere Kategorie als politische oder moralische Verantwortung, und das versteckt sich total gerne hinter technischen Fragen wie Beweisbarkeit oder Procedural Stuff. Wenn ein Gericht sagt „reicht nicht für eine Verurteilung" bedeutet das nicht automatisch „nichts ist passiert", aber genau das verstehen viele Menschen als implizite Botschaft — und da entsteht dann diese Lücke. Die Politik wiederum agiert in ner anderen Logik, nämlich „was erwartet die Bevölkerung von uns?" und „können wir das noch verantworten?" — was legit ist, aber eben nicht das Gleiche wie Rechtssprechung.
Das Problem ist weniger, dass das System nicht funktioniert, sondern eher, dass viele Leute nicht verstehen (oder verstehen wollen), dass Gerichte nicht zur Konfliktlösung da sind, sondern zur Frage „hat das Gesetz, wie es geschrieben steht, jemand gebrochen?" — und das beantwortet manchmal Fragen die Leute überhaupt nicht stellen wollten.
Was konkret bei Pinneberg schief