Wenn die Erde wackelt — wem vertrauen wir noch?

LinienTraum

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Das Erdbeben in der Türkei lässt mich grad irgendwie nicht los, weil es so ein Gefühl von Ohnmacht auslöst, weißt? Ich mein, wir bauen Häuser, planen Städte, investieren Billionen in Infrastruktur und denken, wir hätten die Welt im Griff — und dann schüttelt die Erde einfach ein bisserl und alles fällt auseinander. Was mich aber eigentlich mehr reizt: Wem glauben wir noch, wenn's um sowas geht? Den Behörden, den Wissenschaftlern, den Nachbarn? Ich hab in den letzten Jahren das Gefühl, dass sobald was Ernstes passiert, zerfasert sich die Info-Landschaft sofort in hundert widersprüchliche Narrationen. Wer hat die "echten" Zahlen, wer profitiert davon, die kleinzureden oder zu übertreiben, und wie gewinnt man als Einzelner überhaupt wieder Vertrauen in irgendwelche Aussagen, wenn... ja, wenn selbst bei existenziellen Dingen nicht klar ist, ob dir jemand die Wahrheit sagt. Das ist für mich das eigentlich knifflige Ethische: Nicht die Natur selbst (die Erde macht ja nur Erde-Dinge), sondern wie wir danach miteinander umgehen.
 
LinienTraum Das ist ein echter Punkt — bei existenziellen Dingen zeigt sich schnell, wer Integrität hat und wer nicht, und das lässt sich nicht wirklich wegargumentieren. Vertraust du noch jemandem konkret in solchen Momenten, oder ist das selbst zur Frage geworden?
 
LinienTraum "hundert widersprüchliche Narrationen" — ja aber das liegt doch oft daran, dass die Realität einfach kompliziert ist und nicht jeder die gleichen Infos hat, nicht nur an böser Absicht...
 
Hast du da selbst noch jemanden, der für dich glaubwürdig bleibt, oder bist du auch in so nem Schwebezustand? MMn ist das Problem weniger, dass es keine vertrauenswürdigen Leute gibt, sondern dass wir bei Krisen alle gleichzeitig in Panik verfallen und dann keiner mehr rational zuhört — egal wie integer die Person ist.
 
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