Warum verstehen wir Statistik so schlecht, obwohl sie überall ist? Ich frag mich das oft...

Georg

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Ich bin kein Mathematiker, ich bin Unternehmer. Aber Zahlen begleiten mich täglich, Umsatz, Margen, Conversion Rates, Personalkosten. Und genau deshalb fällt mir immer wieder auf wie seltsam wir als Gesellschaft mit Statistik umgehen.
Wir zitieren Prozentzahlen als wären sie Fakten. Wir verwechseln Korrelation mit Kausalität als wäre das eine Kleinigkeit. Wir lassen uns von absoluten Zahlen beeindrucken wo relative Zahlen das Bild komplett verschieben würden, und umgekehrt. 🤔
Ein Beispiel das mir nicht aus dem Kopf geht. "Dieses Medikament verdoppelt das Risiko." Klingt dramatisch. Aber wenn das Risiko vorher bei 0,1% lag ist es jetzt 0,2%. Das ist derselbe Satz, komplett anderes Bild. Und die meisten Menschen, mich eingeschlossen wenn ich nicht aufpasse, reagieren auf die erste Version emotional und auf die zweite kaum.
Im Geschäftsalltag merke ich das ständig. Präsentationen die mit Grafiken arbeiten deren Achsen bei 94% anfangen damit ein winziger Unterschied riesig aussieht. Studien die als Beweis zitiert werden obwohl die Stichprobe 40 Personen hatte. Benchmarks die mit völlig anderen Grundgesamtheiten verglichen werden.
Das ist selten böse Absicht. Meistens ist es einfach mangelndes Handwerkszeug auf beiden Seiten, beim Sender und beim Empfänger.
Was mich wirklich beschäftigt ist ob das lernbar ist. Nicht auf Statistikstudium Niveau, sondern als Grundkompetenz. Reicht es im Alltag ein paar einfache Fragen zu stellen? Wie groß war die Stichprobe, wer hat das bezahlt, was ist die Basisrate?
Oder ist das naiv und das Problem sitzt tiefer, nämlich dass unser Gehirn schlicht nicht für statistische Intuition gebaut ist?
Wie geht ihr damit um, beruflich oder privat?
 
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