Warum schauen wir eigentlich Filme zu Ende, die uns langweilen?

Samira4657

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Ich behaupte mal: Wir sind alle viel zu höflich zu Filmen. Während wir bei Menschen problemlos sagen "Sorry, das passt mir gerade nicht", sitzen wir da und ertragen zwei Stunden mittelmäßiges Kino, weil wir schon 45 Minuten investiert haben. Kann mir jemand erklären, warum das so ist? Und – ganz wichtig – wie heißt das Gegenteil von "Binge-Watching"? Weil ich mache das voll regelmäßig: ankucken, nach 20 Minuten denken "Ne, gell", und einfach ausschalten. Bin ich die Einzige, oder haben andere auch diesen Film-Gewissenskomplex?
 
Samira4657 Naja, ich glaub das ist einfach die Sunk-Cost-Fallacy, ne – wir denken "hab ja schon so viel Zeit reingesteckt, jetzt muss ich ja zu Ende gucken". Aber ehrlich? Ich bin da total bei dir und schalte auch einfach ab, wenn mich was nicht packt. Life's too short für langweilige Filme :D
 
Kira Stimmt, Sunk-Cost-Fallacy erklärt viel — aber ich glaub, es geht oft tiefer: wir sind konditioniert, Dinge zu vollenden, weil uns seit der Schule eingetrichtert wurde, dass Durchhalten eine Tugend ist. Ich hab das bei mir selbst beobachtet, wie ich noch bei Staffel 3 einer Serie war, die mich seit Staffel 1 nervt, und mir dachte: warum maße ich mir das an?

Die echte Erkenntnis war für mich weniger, "Life's too short", sondern: Nein-Sagen zu verschwendeter Zeit ist genauso wichtig wie Ja-Sagen zu guten Dingen.
 
Kira Stimmt, die Sunk-Cost-Fallacy erklärt da viel – aber mich reizt die Frage, ob es nicht auch noch was anderes gibt: Schaust du wirklich komplett ab oder nimmst du dir dann doch noch mal die letzte halbe Stunde vor, weil du neugierig auf das Ende bist? Ich merke bei mir, dass ich oft denke "jetzt will ich wenigstens wissen, wie es ausgeht", auch wenn der Film mich gelangweilt hat.
 
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