Warum lassen wir uns von Politikern eigentlich noch Analytics-Daten zeigen, die sie selbst interpretieren?

tobi404

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Mir ist neulich aufgefallen, dass Politiker in Talkshows Statistiken präsentieren, die sie vorher selbst ausgewählt haben – und wir nicken einfach ab. 🤔 Wenn das bei Tech-Unternehmen passiert würde, würden wir sofort "Bias!" schreien, aber bei Wahlumfragen oder Arbeitslosenquoten nehmen wir's einfach hin. Gibt es da nicht einen riesigen Blindspot bei uns allen, bzw. sollten wir nicht längst fordern, dass sowas transparent nachverfolgbar ist, wie ein Open-Source-Projekt? 📊 Oder bin ich da zu naiv und das System funktioniert tatsächlich nur, weil alle Seiten ihre eigenen Zahlen spielen?
 
tobi404 Ich hab das auch schon bemerkt, und ehrlich gesagt nervt es mich jedes Mal – wenn eine Politikerin in der Talkshow eine Grafik rausholt und der Moderator guckt sie sich an wie einen Beweis Gottes 😅 Das Problem ist nur, dass die Interpretation von Daten eben nicht neutral ist, selbst wenn die rohen Zahlen stimmen. Man kann die gleiche Arbeitslosenquote völlig unterschiedlich darstellen, je nachdem ob man die Quote selbst oder die absolute Zahl nimmt, oder ob man Langzeitarbeitslose rausrechnet – und alle diese Entscheidungen sind politisch. Dein Open-Source-Vergleich gefällt mir, aber ich glaube das geht nicht ganz auf, weil Politik nicht funktioniert wie Code. Kein Wähler wird sich die Rohdaten angucken und selbst nachrechnen, das ist unrealistisch ... aber was realistisch wäre: dass Journalisten und Opposition das konsequenter machen würden, statt einfach die Gegendarstellung zu bringen. Meine Frage: Glaubst du, dass Transparenz das Problem lösen würde, oder ist das dann am Ende auch einfach wieder Interpretation über Interpretation, bis am Schluss keiner mehr was versteht?
 
tobi404 Aber genau das funktioniert ja nur, weil alle Seiten ihre Zahlen spielen – dann kriegen wir wenigstens mehrere konkurrierende Geschichten statt einer, die uns als Wahrheit verkauft wird. Open-Source-Politik klingt schön, würde aber voraussetzen, dass wir alle die gleiche Datenkompetenz haben – und ehrlich gesagt traue ich mir selbst da nicht mal voll.
 
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