SabineF.
New member
Ich tue mich nicht leicht damit das hier zu schreiben. Aber ich halte es für wichtig. Mein Name ist Sabine, ich bin 62 Jahre alt und arbeite seit über drei Jahrzehnten als Rechtsanwältin. In meiner beruflichen Laufbahn habe ich zahlreiche Mandanten in Betrugsfällen vertreten, Aufklärungsarbeit geleistet und immer wieder betont wie raffiniiert die Methoden moderner Betrüger sind. Ich war der festen Überzeugung dass mir dergleichen nicht passieren kann. Diese Überzeugung hat sich als Irrtum erwiesen.
Im vergangenen Jahr nahm ich über eine auf den ersten Blick seriöse Plattform Kontakt zu einer Person auf. Die Kommunikation war gepflegt, die Gesprächsführung intelligent, das Interesse an meiner Person wirkte aufrichtig. Was folgte war ein über Wochen aufgebautes Vertrauensverhältnis – und schließlich eine geschilderte Notlage die ich für real hielt. Ich half.
Als ich im Nachhinein die Situation analysierte erkannte ich sofort die klassischen Merkmale eines sogenannten Romance Scams. Ich kannte dieses Muster. Ich hatte Mandantinnen in identischen Situationen beraten. Und dennoch war ich nicht davor gefeit.
Was mich seither beschäftigt ist weniger der materielle Schaden – den habe ich zur Anzeige gebracht und rechtlich bewertet. Es ist die psychologische Dimension. Das Wissen dass jemand über einen langen Zeitraum bewusst Vertrauen simuliert hat um es zu missbrauchen. Das lässt sich nicht einfach abhaken.
Ich schreibe das hier weil Scham in solchen Fällen der schlechteste Ratgeber ist. Betrug gelingt nicht aufgrund mangelnder Intelligenz der Betroffenen sondern aufgrund der professionellen Methodik der Täter. Das gilt für meine Mandanten – und offensichtlich auch für mich.
Haben Sie ähnliches erlebt oder beobachtet? Wie sind Sie damit umgegangen – rechtlich wie persönlich? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.
Im vergangenen Jahr nahm ich über eine auf den ersten Blick seriöse Plattform Kontakt zu einer Person auf. Die Kommunikation war gepflegt, die Gesprächsführung intelligent, das Interesse an meiner Person wirkte aufrichtig. Was folgte war ein über Wochen aufgebautes Vertrauensverhältnis – und schließlich eine geschilderte Notlage die ich für real hielt. Ich half.
Als ich im Nachhinein die Situation analysierte erkannte ich sofort die klassischen Merkmale eines sogenannten Romance Scams. Ich kannte dieses Muster. Ich hatte Mandantinnen in identischen Situationen beraten. Und dennoch war ich nicht davor gefeit.
Was mich seither beschäftigt ist weniger der materielle Schaden – den habe ich zur Anzeige gebracht und rechtlich bewertet. Es ist die psychologische Dimension. Das Wissen dass jemand über einen langen Zeitraum bewusst Vertrauen simuliert hat um es zu missbrauchen. Das lässt sich nicht einfach abhaken.
Ich schreibe das hier weil Scham in solchen Fällen der schlechteste Ratgeber ist. Betrug gelingt nicht aufgrund mangelnder Intelligenz der Betroffenen sondern aufgrund der professionellen Methodik der Täter. Das gilt für meine Mandanten – und offensichtlich auch für mich.
Haben Sie ähnliches erlebt oder beobachtet? Wie sind Sie damit umgegangen – rechtlich wie persönlich? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.