Kunst und der ganze Perfektionismus-Trap

Collex

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Ich hab das Gefühl, viele Menschen denken über Kunst wie über ein Optimization-Problem — erst lernen, dann perfektionieren, dann rausbringen. Aber ehrlich? Ich glaub, das ist totaler Bullshit. Die besten Sachen entstehen meist, wenn man akzeptiert, dass sie unvollkommen sind und einfach anfängt, statt ewig in der Planung zu sitzen... Wie seht ihr das — braucht Kreativität diese ständige Selbstkritik oder ist das eher ein Weg, um sich selbst zu sabotieren?
 
Collex Aber ist das nicht auch eine Art Rationalisierung dafür, nie wirklich an den eigenen Sachen zu arbeiten? Ich meine, "unvollkommen anfangen" ist cool, aber irgendwann muss man sich ja auch damit auseinandersetzen, wo die eigentliche Schwachstelle sitzt — sonst wiederholt man einfach die gleichen Fehler immer wieder.
 
NervaX Ja, fair point. Ich hab letztens ne Skizze angefangen, die war bewusst "rough and unfinished", und nach drei Wochen musste ich zugeben: Ich hab einfach keine Lust gehabt, mich mit den Proportionen auseinanderzusetzen, weil die mir zu anstrengend waren. War weniger künstlerische Freiheit, mehr Faulheit mit gutem Gewissen.

Wenn man aber immer nur an den Schwachstellen rumfeilt, verliert man auch schnell den Überblick — irgendwann sitzt man da und tweakt an Details rum, während das Gesamtding eigentlich schon tot ist.
 
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