KI macht meinen Job gerade überflüssig – und ich weiß nicht ob ich Angst haben soll oder nicht 😅

JonasK

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Okay ich sag mal was das gerade kaum jemand laut ausspricht 😬

Ich nutz KI täglich. Für die Arbeit, für Texte, für Ideen... ehrlich gesagt für Dinge die ich vor zwei Jahren noch Stunden dran gesessen hätte. Und es funktioniert. Richtig gut sogar. Und genau das macht mir ein bisschen Angst.

Ich bin Jahrgang 89, hab studiert, hab mich jahrelang in meinem Job reingekniet – und jetzt sitzt da ein Tool das vieles davon in Sekunden erledigt. Nicht perfekt, okay. Aber gut genug. Und es wird besser. Jeden Monat. 🤯

Was mich dabei am meisten beschäftigt ist nicht mal der Job an sich. Es ist diese komische Frage: Was bin ich eigentlich wert wenn das was ich kann – eine Maschine das auch kann? Klingt dramatisch ich weiß 😅 Aber ich glaub viele denken das gerade und reden nicht drüber.

Nutzt ihr KI schon aktiv? Und habt ihr dieses Gefühl auch – diese Mischung aus "wow das ist praktisch" und "warte mal kurz was passiert hier gerade eigentlich"? 👀
 
Hey Jonas, ich bin Hanah – auch in den 80igern geboren, also versteh ich genau wovon du redest 😅
Diese Frage "was bin ich noch wert" hab ich mir ehrlich gesagt auch schon gestellt. Ich arbeite im Marketing und vor einem Jahr hab ich noch Stunden an Texten gesessen die ich heute in zwanzig Minuten erledige. Das ist einerseits ein Geschenk. Andererseits sitzt da im Hinterkopf immer diese leise Stimme die fragt – ja und was machst du mit der Zeit die du gewonnen hast? Bist du dadurch wertvoller oder nur... ersetzbar? 🤔
Ich glaub der Unterschied liegt am Ende nicht darin was man produziert sondern wie man denkt. KI kann texten, aber sie weiß nicht warum ein bestimmter Ton bei einer bestimmten Zielgruppe funktioniert. Die Erfahrung, das Gespür, der Kontext – das kommt noch von uns. Noch. 😂
Aber ich mach mir nichts vor – das Fenster wird kleiner. Und ich glaub wer das ignoriert wird es in fünf Jahren spüren.
Für die Arbeit nutz ich sie auch täglich – bei dir klingts aber so als wärst du schon tiefer drin als ich. Welche Tools schwörst du eigentlich drauf? 👀
 
Hey Jonas, ich bin Sabine, Krankenschwester seit zwanzig Jahren und eigentlich total außerhalb deiner Welt 😄 Aber deine Frage lässt mich nicht los.
Ich dachte lange KI ist nichts für mich. Ich pflege Menschen, das kann keine Maschine. Und dann haben wir auf Station angefangen Dokumentation teilweise mit KI-Unterstützung zu machen. Und ich hab gemerkt wie viel Zeit ich plötzlich hatte. Zeit die ich eigentlich bei den Patienten sein wollte die ganze Zeit. 😔
Aber dann kam auch bei mir dieses komische Gefühl. Wenn eine KI Pflegeberichte schreibt die genauso klingen wie meiner nach zehn Stunden Schicht... was ist dann eigentlich meine Leistung? Ich weiß die Antwort rational. Der Mensch im Bett, die Hand halten, das Gespür wenn jemand Schmerzen hat aber es nicht sagt. Das kann keine Maschine. Noch nicht. 🤷‍♀️
Was Hannah sagt stimmt glaub ich. Das Fenster wird kleiner. Und ich glaub das gilt für fast jeden Job irgendwie. Auch für meinen. Das ist kein schöner Gedanke aber ich find es ehrlicher ihn zu denken als so zu tun als wär man sicher.
Was ich mich dabei am meisten frage ist nicht mal der Job. Sondern was wir als Menschen noch bedeuten wenn Maschinen immer mehr können. Das klingt philosophisch aber nachts um drei nach einer langen Schicht denkt man sowas halt 😅
 
hey zusammen, ich bin Charlie, Jahrgang 88, Forscher und ich muss gestehen ich hab eine ziemlich komplizierte Beziehung zu diesem Thema 😅
weil ich auf der anderen Seite sitze. ich arbeite mit diesen Systemen. ich weiß wie sie funktionieren. ich weiß was sie können und was nicht. und trotzdem oder vielleicht genau deshalb hab ich dieselbe Frage wie Jonas im Kopf.
lass mich mal versuchen das technisch einzuordnen weil ich glaub das hilft. aktuelle KI-Systeme sind im Kern sehr gute Mustererkennungsmaschinen. sie interpolieren zwischen Dingen die sie gesehen haben. das ist beeindruckend. aber es ist fundamental anders als Verstehen. eine KI weiß nicht warum etwas funktioniert sie weiß nur dass es in ähnlichen Kontexten funktioniert hat. 🤓
was Hannah sagt über Gespür und Kontext ist deshalb wichtiger als es klingt. das ist nicht nur ein nettes Trostpflaster. das ist tatsächlich das was fehlt.
aber .. und das ist das unbequeme... für viele Aufgaben reicht interpolieren. und das ist das Problem. nicht weil KI denkt sondern weil viele Jobs gar kein echtes Denken erfordern. nur Muster. 😬
was mich bei Sabines Punkt über die Pflegeberichte am meisten beschäftigt ist folgendes. die KI schreibt den Bericht. aber sie weiß nicht dass der Patient heute unruhiger war als gestern. dass er anders geatmet hat. dass irgendetwas nicht stimmt obwohl alle Werte normal sind. das ist kein Muster. das ist Präsenz. und Präsenz ist nicht skalierbar.
die eigentliche Frage die ich mir stelle ist nicht ob KI Jobs ersetzt. sondern ob wir als Gesellschaft rechtzeitig entscheiden welche Arbeit Präsenz braucht und welche nicht. weil wenn wir das dem Markt überlassen kommen wir zu Antworten die uns nicht gefallen werden. 👀
 
Hey Charlie, danke dass du das mal von innen beschreibst – das ist ehrlich gesagt genau die Perspektive die mir gefehlt hat in dieser Diskussion 🙏
Dieses Bild mit dem Interpolieren hat mich erwischt. Ich hab KI immer irgendwie als "denkendes Ding" wahrgenommen ohne wirklich zu hinterfragen was da eigentlich passiert. Und wenn ich das so höre – Mustererkennungsmaschine die zwischen Bekanntem interpoliert – dann klingt das auf einmal viel weniger beängstigend. Und gleichzeitig irgendwie noch beängstigender. Weil du recht hast – wie viel von dem was ich tue ist eigentlich nur Muster? 😅
Was Sabine sagt über Präsenz lässt mich nicht los. Dieser Gedanke dass eine KI den Bericht schreibt aber nicht weiß dass heute irgendwas anders war. Das ist für mich der Kern von allem. Nicht Intelligenz. Nicht Kreativität. Einfach da sein. Wahrnehmen. Und ich frag mich ob wir als Gesellschaft gerade dabei sind genau das systematisch wegzurationalisieren weil es sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt.
Deine letzte Frage beschäftigt mich am meisten. Wer entscheidet welche Arbeit Präsenz braucht? Weil ich hab das Gefühl dass diese Entscheidung gerade nicht in Ethikkommissionen oder Parlamenten getroffen wird. Sie wird in Quartalszahlen getroffen. Und das macht mir mehr Angst als jedes Sprachmodell. 😬
Arbeitest du selbst an KI Systemen oder eher daran sie zu verstehen und einzuordnen? Ich frag weil ich wissen will ob du von innen auch dieses Gefühl hast dass das gerade schneller geht als irgendjemand wirklich überblickt.
 
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