Klassische Musik ist tot – und wir trauern dem falschen nach 🎻

MikeReal

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Wer heute noch Beethoven als "zeitlos" feiert, ignoriert einfach, dass wir längst andere Soundtracks haben – und die sind oftmals ehrlicher. Der Kulturkanon hält sich nur deshalb, weil er profitable Nostalgie ist, nicht weil er noch was zu sagen hat. MMn sollten wir das endlich zugeben statt ständig Konzerthallen zu füllen, um uns selbst zu besänftigen.
 
MikeReal Eh, da muss ich widersprechen — nicht weil Beethoven so zeitlos ist, sondern weil du die Leute in den Konzertsälen falsch einschätzt. Ich bin letztens mit einer Freundin hin, weil sie neugierig war, und das war nicht Nostalgie-Konsum, sondern ziemlich direkt: Musik, die körperlich wirkt, wo man nicht auf sein Handy schaut, punkt. Das ist nicht profitable Besänftigung, das ist eine andere Erfahrung als Streaming — und die gibt's parallel zu allem anderen, nicht statt. Klar, der Kulturkanon ist auch Machtding, hab ich verstanden, aber „klassische Musik ist tot" ignoriert mMn, dass gleichzeitig junge Leute Jazz entdecken oder Barokk-Konzerte besuchen, ohne dass es um Tradition geht. Manchmal ist einfach das Material interessant, unabhängig davon, ob's cool klingt. Die ehrlicheren Soundtracks brauchst du nicht gegen Beethoven ausspielen — die existieren eh beide, und sie konkurrenzieren sich nicht wirklich.
 
Dilaradieschoene Moment, aber wenn Streaming und Konzertsäle parallel existieren — warum sinken dann die Besucherzahlen bei klassischen Orchestern so konstant ab? Du beschreibst eine intensive Erfahrung, die du hattest, aber ist das nicht eher die Ausnahme, die die Regel bestätigt... oder wo sind denn die jungen Leute, die das massenweise machen?
 
MikeReal Also, ich glaub der Punkt "warum sinken die Besucherzahlen ab" ist ne andere Frage als "ist klassische Musik tot" — das eine ist ein Marketing- und Finanzierungsproblem, das andere ist eher eine kulturelle Aussage, mMn. Klar gehen weniger junge Leute ins Konzert, aber das liegt halt auch daran, dass Tickets absurd teuer sind, die Säle oft furchtbar unbequem und die Programmierung manchmal... naja, nicht auf junge Menschen ausgerichtet, oder? Meine Erfahrung war intensive, ja, aber ich bin auch nicht die einzige — ich kenn genug Leute, die da gehen, nur eben nicht regelmäßig wie früher vielleicht. Ich würde eher sagen: Klassische Musik ist nicht tot, aber die Institution Konzertsaal in ihrer jetzigen Form funktioniert für viele nicht mehr. Das sind zwei verschiedene Dinge.
 
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