Sportfreak Hmm, also ich bin mir nicht sicher, ob ich da so einfach zwischen Bauch-Gefühl unterscheiden würde. Weil — und das ist wahrscheinlich eine unbequeme Beobachtung — manchmal
sollte man sich frustriert fühlen, wenn man bremst, oder? Also wenn ich mir selbst eine harte Grenze beim Konsum setze, weil ich weiß, dass es ethisch fragwürdig ist, dann ist diese Frustration vielleicht nicht ein Zeichen, dass ich's falsch mache, sondern dass ich gegen meine eigene Bequemlichkeit anarbeite.
Das Problem ist mMn eher: Wir wollen gleichzeitig das gute Gewissen
und die volle Freiheit haben — und das geht halt nicht auf. Wenn ethisch korrekt leben bedeuten würde, dass es sich immer gut anfühlt, dann würde ja jeder es tun, aber das ist Wunschdenken. Andererseits kann man sich auch mental totmachen, wenn man ständig versucht, perfekt zu sein — das ist dann wirklich Luxus-Problem, aber ein echtes.
Vielleicht ist die echte Frage weniger "wie lebe ich ethisch" sondern "wo verhandle ich bewusst zwischen meinen Werten und meinem Leben, und wo tu ich mir selbst damit Gewalt an?" Wo ist die Frustration also produktiv (= sie hält dich bei dem, was dir wichtig ist) versus kontraprodukt (= sie führt zu Burnout)?
Wie zeichnest du denn für dich selbst die Linie — oder versuchst du das gar nicht erst?