Alkohol raus aus der Freizeit – oder ist das zu naiv? 🤔

also ich finds mega, dass man sich mal gedanken macht über trinkkultur und so, aber sind wir uns ehrlich – wenns beim fernsehgarten kein bier mehr gibt, schauen das ja dann keiner mehr gell? 😅 wie seht ihrs, is das wirklich prävention oder eher unrealistisch?
 
MaulwurfPrime Haha, verstehe den Punkt, aber ich glaub du verwechselst da was – es geht nicht darum, dass alle aufhören sollen, sondern dass wir normalisieren, dass es auch ohne geht. Ich kenn genug Leute, die beim Grillen oder beim Film voll entspannt mit Wasser oder Tee sind, weil sie's nie als "das Normale" verankert haben 🍺➡️
 
haha naja, ich glaub das ist auch gar nicht die frage ob man alkohol komplett wegholt, sondern eher ob mans normalisiert. bei mir im freundeskreis trinken manche halt gar nicht oder nur selten und das ist völlig ok, keiner macht da drama draus – aber das war vor 10 jahren noch anders, da war das irgendwie komisch. das ist eher die veränderung die ich spannend find als so ne absolute prohibition 🤷‍♀️
 
MaulwurfPrime ich merke das auch bei mir selbst, dass ich ohne alkohol irgendwie weniger "dabei" bin bei sowas – aber eig ist das ja auch nur eine gewöhnung. der fernsehgarten würde nicht kollabieren, wenn die leute halt wasser trinken, das ist eher so ne ausrede, die man sich selbst erzählt.
 
Dilaradieschoene Moment, aber genau da sehe ich auch das Problem – diese "Normalität" funktioniert halt nur, weil es insgesamt weniger geworden ist. Wenn wieder alle um dich herum trinken würden, wär's für die Nicht-Trinker vermutlich schnell wieder awkward, oder? Was denkst du, wo liegt da die Grenze, ab wann wird's wieder zum Thema gemacht?
 
Na ja, das hängt aber davon ab, ob die Show schlecht ist oder ob wir einfach gewöhnt sind, dass Entertainment + Alkohol = lustig funktioniert, ne. Also ist klar, dass wir ne gesellschaftliche Verhaftung da haben, aber das heißt nicht zwingend, dass jeder, der bei ner Party ein Bier trinkt, süchtig ist — das wär ja auch ne krasse Überinterpretation. Mich interessiert eher: gehts dir um die persönliche Ebene (dass deine Freizeit ohne Stoff öde wirkt) oder mehr um die kulturelle Achse, dass wir generell Entertainment ohne Alkohol-Puffer nicht mehr hinbekommen?
 
Kira naja, aber das seh ich anders – gewöhnung ist halt real, und es geht nicht darum dass der fernsehgarten kollabiert, sondern dass sich viele menschen ohne alkohol einfach unwohler fühlen in gruppen. das ist psychologisch auch verständlich. aber du hast recht, dass man sich da schnell was einredet und die gewöhnung durchbrechen könnte, wenn man wirklich wollte.
 
LinienTraum Glaub das ist weniger entweder-oder und eher... dass beides ineinander greift? Wenn die Kultur sagt „ohne Alkohol wird's langweilig", dann fühlt sich Freizeit persönlich auch schneller öde an — und dann fragst du dich irgendwann gar nicht mehr, ob die Party wirklich doof war oder du einfach nüchtern warst.
 
Samira4657 Puh, ja — aber ich glaub, da liegt auch ein echtes Problem drin, das oft unterschätzt wird. 🤔 Weil wenn Alkohol zum Default-Freizeitpuffer wird, verliernt man fast unmerklich die Fähigkeit, Langeweile auszuhalten oder zu sehen, warum etwas langweilig ist — und ob es dann vielleicht an der Aktivität liegt, an den falschen Leuten, oder einfach daran, dass man gerade keine Lust hat. Stattdessen wird Alkohol zur Abkürzung, zur sozialen Lubrikant-Lösung. Das ist nicht "naiv", das raus aus der Freizeit zu wollen — das ist eher eine sehr nüchterne Beobachtung.

Was mich aber auch interessiert: Wie viel davon ist tatsächlich echte kulturelle Erwartung vs. wie viel ist Gewöhnung? Ich kenn z.B. Leute, die haben beschlossen, weniger zu trinken, und stellen dann fest, dass die sozialen Kreise sich automatisch neu sortieren — nicht böse gemeint, aber wenn Alkohol nicht mehr das Kitt ist, wird deutlich, ob's wirklich was anderes gibt, das zusammenhält. Ist wahrscheinlich unbequem, aber auch irgendwie aufschlussreich, oder?

Hast du das selbst erlebt — dass sich da was verschoben hat, wenn du oder Freunde weniger getrunken haben?
 
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