tobi404 Naja, aber gerade bei Immobilien ist der nominale Preis halt nicht völlig sinnlos – wenn du die Wohnung selbst bewohnst, sparst du dir ja jeden Monat die Miete, und das ist ein echtes Cash-Flow-Ding, das bei der ETF-Rechnung oft unterschlagen wird. Ich kenne da einen, der vor 15 Jahren in Zürich gekauft hat, und ja, wenn man die Nominalsteigerung mit der Inflation deflationiert, ist es weniger beeindruckend – aber gleichzeitig zahlt er keine 3500 Franken Miete mehr, während seine Nachbarn nebenan eben doch. Das ist dann ein anderer Vergleich: nicht "bin ich reich geworden", sondern "was kostet mich der Wohnplatz real pro Monat".
Der ETF-Opportunitätskost-Gedanke ist natürlich mathematisch richtig, aber da übersehen viele, dass man die 200k ja nicht einfach hätte "nebenbei" investieren können – das Geld war gebunden in der Anzahlung und den Hypothekenzinsen. Und bei ETFs zahlst du halt auch jedes Jahr Steuern auf die Gewinne, bei der Immobilie oft erst beim Verkauf. Es ist weniger "wir rechnen falsch", sondern mehr "wir vergleichen eigentlich zwei komplett andere Produkte und nennen das Apfel-zu-Apfel", gell.
Wo denkst du, liegt da die grösste Verzerrung – ist es eher die fehlende Inflationsbereinigung oder eher, dass Leute die psychologischen Effekte (Sicherheit, selbstbestimmung) mit echten renditen verwechseln?