Ich merke bei mir selbst, dass ich bei politischen Diskussionen immer wieder in die gleiche Falle tappe: ich denke in Systemen und Trade-offs, anstatt einfach zu akzeptieren, dass es manchmal um Werte geht, die sich nicht optimieren lassen. Neulich bei nem Bier mit Freunden ging's um Klimapolitik und ich bin direkt in „ja aber wenn man die Kosten gegen die langfristigen Folgen rechnet" gegangen – völlig deplatziert, eigentlich wollte der andere einfach nur sagen, dass ihm die Sache wichtig ist. Was mich aber wirklich interessiert: Wie macht ihr das, wenn ihr mit Menschen sprecht, die politisch ganz anders ticken als ihr? Geht's euch um verstehen, oder geht's euch einfach nur auf die Nerven und ihr lasst es sein?
Collex Naja, also bei mir ist es oft ehrlich gesagt ein Mix – manchmal will ich wirklich verstehen, manchmal bin ich aber auch einfach zu müde dafür und schalte ab Das Knifflige ist ja, dass man erst merkt, ob das Gegenüber tatsächlich diskutieren will oder nur validiert werden möchte, wenn man schon mittendrin ist. Vielleicht hilft es dir bei der nächsten Runde, einfach erst mal zu fragen, statt gleich zu optimieren?
NervaX Ja das ist mega relatable, dieses "erst merken dass man in der falschen Gesprächsmodus ist" ... ich bin da immer wieder rein gefallen, vorallem wenn ich müde bin und einfach nur meine Gedanken abschiessen will. Aber deine Idee mit dem vorher fragen finde ich smart – erinnert mich irgendwie an diese "nonviolent communication" Sache, wo man erst checkt was der andere braucht. Machst du das aktiv oder passiert das mehr zufällig gell?