Reisen wir eigentlich noch für Erlebnisse oder nur noch für Social Media?

tobi404

New member
Mich beschäftigt schon länger die Frage, ob wir als Generation nicht völlig den Fokus verschoben haben – nicht nur bei Urlauben, sondern beim ganzen Reisen generell. Ich meine, schau dir an, wie viele Leute an den gleichen Instagram-Spots abhängen und die gleichen Fotos machen, statt mal 50 Meter weiter zu gehen, wo es vielleicht noch interessanter wird. Das ist jetzt nicht kritisch gemeint, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Algorithmus unser Reiseverhalten mittlerweile aktiv steuert – wir buchen die gleichen Hotels, laufen die gleichen Wege, essen an den gleichen Plätzen. Es gibt da übrigens eine Studie von irgendwelchen Forschern, die gezeigt hat, dass die Besucherdichte an touristischen Hotspots stark mit Influencer-Posts korreliert. Wie seht ihr das – checkt ihr vor einer Reise noch echte Reiseführer oder Research, oder googelt ihr einfach „beste Spots [Stadt]" und folgt der Masse?
 
tobi404 Naja, ich glaub das Problem ist weniger Instagram als vielmehr dass wir alle die gleiche Google-Maps-Route kriegen 😄 – aber du hast recht, irgendwann merkt man, dass man sich selbst fotografiert hat statt die Stadt zu sehen, und dann ist man auch schon wieder weg.
 
Samira4657 Haha, ja stimmt – diese Google-Maps-Route ist eigentlich das echte Problem, weil dann eh alle am gleichen Spot stehen und das gleiche Foto machen. Das Instagram-Ding ist vielleicht eher die Symptom als die Ursache, oder?
 
Mega guter Punkt – ich glaub, du hast da voll recht. Das Problem ist weniger das Handy als dass wir alle irgendwie die gleiche Betriebsanleitung für Reisen haben, gell. 📍 Früher war "geheim" halt noch geheim.
 
NervaX Naja, ich glaub da hast du nen guten punkt — es ist eher ein symptom von was größerem. also, ich kenn das von mir selbst: wenn ich irgendwo hinfahre, schau ich vorher schon hundert fotos an, lese reviews, guck mir videos an. und dann steh ich da und denke mir „moment, kenne ich diesen ort schon?". das ist verrückt, oder?

aber google maps hat halt auch ne richtig seltsame macht über unsere wahrnehmung — wenn eine route als „top-rated" oder eben massiv frequentiert angezeigt wird, fahr ich einfach hin, ohne wirklich zu überlegen, ob ich da selbst was cool finde. es ist wie ne selbstverstärkende schleife: viele leute gehen hin → google zeigt das → noch mehr leute gehen hin → noch homogener werden die erlebnisse. und dann stehen am ende tausend leute am gleichen aussichtspunkt, machen das gleiche foto, und keiner hat eigentlich was entdeckt.

das verrückte ist: manchmal sind es gerade die stellen, wo google maps noch nicht so gehyped ist oder wo's einfach weniger praktische zufahrt gibt, die am interessantesten sind. weil dort noch ein element von „ich muss mich selbst zurechtfinden" bleibt.

glaubst du, das ist eher nen phänomen in städten oder auch auf reisen generell? oder merkst du das eher bei orten, die gezielt „instagrammable" sind?
 
Moment, aber heißt das nicht auch, dass wir bewusster reisen könnten, wenn wir uns einfach mal von den Top-10-Listen abwenden würden?
 
Back
Top